Kunststoffe haben während ihres gesamten Lebenszyklus negative Auswirkungen, von der Rohstoffgewinnung bis zu ihrer Entsorgung. In lokalen Gemeinschaften wird Plastikverschmutzung oft nur als sichtbarer Abfall wahrgenommen, doch sie stellt auch eine umfassendere und stille Bedrohung für die menschliche Gesundheit dar, die mit unserer täglichen Belastung durch Kunststoffe und die darin enthaltenen Schadstoffe zusammenhängt.
Ich bin Anas Seko, Spezialist für Kommunikation zum Thema Plastikverschmutzung und mobiler Fotokünstler in Benin. Mein Ziel ist es, durch ein Fotoprojekt namens „…“ das Interesse von Gemeinden und Behörden zu wecken. „Der Geschmack von Plastik.“ Es handelt sich um ein visuelles Dokumentationsprojekt, das die Rolle von Plastik in der Schulverpflegung untersucht. Die Schüler sind täglich diesem giftigen Material ausgesetzt und nehmen es über die Behälter auf, in denen ihre Mahlzeiten serviert werden.

In der Kantine der öffentlichen Grundschule Cocotomey wurden am Montag, dem 16. März 2026, zwischen 10:16 und 10:35 Uhr während der Pause Beobachtungen zu Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff durchgeführt. Dabei kamen direkte Feldbeobachtungen und Handyfotografie zum Einsatz. Innerhalb dieser kurzen 19-minütigen Zeitspanne waren zahlreiche Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren potenziell Mikroplastik und schädlichen Zusatzstoffen ausgesetzt. Dies geschah durch die Übertragung von Substanzen aus Plastikbehältern auf Lebensmittel, den Verzehr von warmen, in Plastikverpackungen servierten Speisen und den direkten oralen Kontakt mit Kunststoffmaterialien. Mithilfe dieser dokumentierten Bilder will das Projekt eine Realität beleuchten, die oft unbemerkt bleibt. die alltägliche Belastung durch Mikroplastik und giftige Chemikalien, und Dies regt zu einer genaueren Auseinandersetzung mit dem Plastikkonsum an und wirft die Frage nach möglichen Alternativen auf. Lange Zeit habe ich den Plastikverbrauch in meiner Gemeinde beobachtet, und da ich mir der Auswirkungen von Mikroplastik und Zusatzstoffen auf die menschliche Gesundheit bewusst bin, war ich schockiert, festzustellen, dass Schülerinnen und Schüler bereits von klein auf Plastik ausgesetzt sind – sowohl in der Schule als auch im Alltag. Dies steht im Gegensatz zu traditionellen Praktiken in vielen afrikanischen Gemeinschaften, wo Speisen üblicherweise in Tongefäßen serviert und in natürliche Materialien wie Blätter und Kalebassen eingewickelt wurden, bevor Plastik weit verbreitet war.

Heißes Akassa, heißes Plastik | Akassa ist eine traditionelle Lebensmittelpaste aus fermentiertem Mais, die in mehreren westafrikanischen Ländern, insbesondere in Benin, weit verbreitet ist.

Bissap und Mikroplastik | Der rote Bissap-Saft in der Hand des Schülers ist ein traditionelles westafrikanisches Getränk, das durch Aufguss der getrockneten Kelchblätter der Hibiskusblüte hergestellt wird.

Mein heißer Porridge | Ein traditioneller westafrikanischer Porridge aus fermentiertem und granuliertem Maismehl.
Kunststoffe enthalten aufgrund ihrer Beschaffenheit eine Vielzahl chemischer Zusätze, darunter Flammschutzmittel, Weichmacher und Stabilisatoren, von denen einige als endokrine Disruptoren gelten. Laut dem Center for International Environmental Law (CIEL) ist diese Kunststoffbelastung mit Auswirkungen auf die Nieren, das Herz-Kreislauf-System, den Magen-Darm-Trakt, das Nervensystem, die Fortpflanzungsorgane und die Atemwege verbunden; zu den Folgen zählen Krebs, Diabetes und Entwicklungsstörungen. Kinder sind besonders anfällig für die toxischen Wirkungen von Kunststoffen, da eine Belastung in frühen Lebensphasen zu weniger reversiblen Schäden führen kann als bei Erwachsenen, wie beispielsweise Hormonstörungen und Entwicklungsstörungen. Angesichts der zunehmenden Besorgnis über die Plastikverschmutzung und die Belastung des Menschen müssen BFFP und seine Mitglieder eine drastische Reduzierung der Kunststoffproduktion, vollständige Transparenz hinsichtlich der in Kunststoffen enthaltenen Chemikalien und deren Abschaffung fordern und gleichzeitig Mehrweg- und Nachfüllsysteme gegenüber Einwegplastik priorisieren. Wir fordern außerdem, dass Kunststoffhersteller gemäß dem Verursacherprinzip für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte verantwortlich gemacht werden.
Weltweit führen Aktivisten, Freiwillige und Basisorganisationen den Kampf gegen die Plastikverschmutzung an. Mein nächster Schritt ist es, mich bei der Regierung für die Abschaffung von Plastik in der Schulverpflegung einzusetzen – durch politische Maßnahmen und Reformen. Außerdem plane ich, ab dem nächsten Schuljahr an der Schule, an der die Fotos entstanden sind, Spenden zu sammeln, um gemeinsam plastikfreie Lösungen wie Wiederverwendung und Nachfüllen zu entwickeln. Der schrittweise Verzicht auf Plastik ist dringend notwendig, um die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu schützen. Angesichts dieser wachsenden Krise, die von der petrochemischen Industrie angeheizt wird, dürfen wir nicht länger schweigen.
Unter folgendem Link können Sie meinen Vorschlag herunterladen:
- Französische Version: https://forms.gle/tb5xQ1244WUoCdAe9
- Englische Version: https://forms.gle/E1Kc2uhkGyAnrszC9




